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Knöpfe mit Abstand

Dieses Jahr wollte ich Knopfkursmäßig so richtig durchstarten und hatte mir große Mühe gegeben, ein stimmiges buntes Programm auszutüfteln. Doppelt schade, dass wegen der Krise erst mal nichts draus geworden ist. Letzte Woche war es dann aber doch endlich mal wieder so weit, dass wenigstens zwei meiner Knopfkurse stattfinden konnten, juhu! In Krumbach bei der Trachtenberatungsstelle war genug Platz für eine handvoll Handarbeiterinnen an jeweils einem eigenen Tisch. Ich baute diesmal auf große Erklär-Fotos und meinen Riesen-Forführknopf, stellte aber fest, dass es nicht hätte schaden können, auch meine Brille einzupacken, um die kleinen Kunstwerke in Arbeit aus der Entfernung besser erkennen zu können. Abstand war auch bei unseren Knopfmustern ein wichtiges Thema und der entscheidende Trick - erst beim Knopf nach Rieser Art mit Sprossenfenster und Einfassung und dann beim Klassiker in Varianten. Wir hängten Languettenstiche auf Wäscheleinen, ankerten breit an Ecken und Kanten, erwickelten uns Kuppeln und trieben die Fadenzählerei auf die Spitze. Ganz nach dem Motto der Posamentenknopf-Manufaktur "jetzt geht's rund" begaben wir uns für das Abschlussfoto auf einen Rundlauf in Etappen um unsere Arbeitstische. Rund lief es auch zwischen uns in der Gruppe, die Laune war bestens und es entstanden ganz tolle Ergebnisse. Einige wagten sich sogar an Experimente mit Oktagon- und Achteck-Rohlingen! Wir lernten außerdem ein bisschen Fremdsprachen und wissen nun was ein Schawellsche ist (im Hessischen ein kleiner Schemel) und was Flachszöpfle sind (im Schwäbischen ein äußerst leckeres Gebäck). Ein Dankeschön hierfür an Gudrun und ihre Mutter! Und auch an Diana, die mir aushalf, als mal wieder im wichtigen Moment mein Handyakku leer war. Überhaupt Danke euch allen fürs mitmachen - es war mir eine besondere Freude, nach so langer Zeit wieder einmal miterleben zu dürfen, wie glücklich und zufrieden Handarbeit macht - und was für eine große Kraft in so kleinen Knöpfen steckt!